Warum reicht nicht nur ein Bild aus? Warum Stacken?

Eine der Standardfragen der Einsteiger in der Astrofotografie ist: Warum muss sollte ich so viele Bilder wie Möglich von dem selben Motiv machen?
Der einfache Grund ist einfach das Rauschen in jedem Einzelbild. In diesem Rauschen geht das eigentlich Motiv im schlimmsten Fall sogar unter, Abhilfe schafft hier das “stacken”. Stacken ist grob ein Technik, wodurch eine Software aus mehreren Einzelbildern ein Summenbild herstellt. Den sogenannten Stack. Die Software kann dadurch das Rauschen minimieren. Dabei werden vereinfacht die jeweiligen Daten der einzelnen Bilder verglichen und das Rauschen dann eliminiert. Möglich ist das, weil Rauschen nicht 100% gleich auf jedem Bild ist. Mal ist an der Stelle ein Pixel und mal nicht. Also wird das wohl eher Rauschen sein und wird herausgerechnet. Aber ganz, einfach beschrieben.
Die Anzahl der Einzelbilder die man nun braucht um ein rauschfreies Summenbild zu erhalten ist schwer zu sagen. Sie hängt einmal von der verwendeten Kamera ab. Ganz wichtig hier ist eine eventuelle Kühlung. Eine Kühlung verringert das Rauschen im Bild ungemein. DSLR aufnahmen werden, sofern sie nicht gekühlt und in Farbe aufgenommen werden, eher mehr Rauschen produzieren als eine gekühlte Monochrome CCD-Kamera. Dann ist auch der Himmel wichtig. Starke Lichtverschmutzung wirkt sich auch negativ aus und dieses kann das Stack auch etwas(!!!) reduzieren. Dann natürlich der eigene Geschmack und die Ansprüche an einem selbst. Faustregel ist bei mir: Pro Nacht nur ein Motiv.
Im Januar hatte ich eine Nacht Den Pferkopfnebel aufgenommen. Insgesamt waren es 37 Einzelbilder mit 600 Sekunden die ich aufgenommen hatte. Alles im Schmalband (7nm H-Alpha) Hier der Vergleich der Summenbilder mit einer unterschiedlichen Anzahl vom Einzelbildern. Gestretcht wurde mit der Autostretchfunktion in Pixinsight jedes Summenbild für sich. Dadurch wurde schon mal jedes Bild optimal gestretcht. Danach wurden im Photoshop nochmal alle 6 Bilder ZUSAMMEN etwas an der Tonwertkorrektur angepasst um noch etwas mehr Detail zu zeigen.
Der verglichene Bereich ist ein Crop und wurde dann nochmal um 100% vergrößert um die Unterscheide besser sichtbar zu machen
Vergleich Anzahl Einzelbilder
Hier in voller Auflösung. Unbeding ansehen um die Unterschiede zu erkennen.
5 Bilder sind noch sehr verrauscht. Bei 10 wird es schon ganz nett und das Rauschen nimmt spürbar ab. 20 Bilder sind für mich das Minimum um von einem annehmbaren Ergebnis zu sprechen. Optimal scheinen um die 40 Bilder zu sein. Meine subjektive Meinung. Will man 1a Ergebnisse haben, muss man Zeit investieren.
Also Freunde der Nacht: Macht lieber nur ein Motiv die ganze Nacht als 5 Motive die irgendwie nicht wirklich das sind was sie sein sollten.  Je Rauschärmer das Bild ist, umso mehr Reserven habt ihr auch bei der anschließenden Bildbearbeitung. Denkt auch daran. Das Rauschen ist dort einer unsere größten Feinde. bei 10X600 Sekunden könnte man vielleicht noch etwas an den Reglern drehen. Aber bei 30×600 kann ich noch viel mehr herausholen. Dort habe ich noch genug Reserven.

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